Grundprinzip – Preisgeld ist König
Wenn du den Ranking‑Score eines Spielers im Kopf hast, dann denkst du automatisch an die Summe, die er bei Turnieren abgeräumt hat. Keine Punkte‑Tabelle, kein separates Scoring‑System – das Ranking basiert ausschließlich auf dem tatsächlich verdienten Geld. Hier ist das Ding: Jeder Euro, den ein Spieler nach der offiziellen PDC‑ oder WDF‑Verteilung bekommt, fließt in seine Weltrangliste ein. Und das passiert sofort, ohne Nachberechnungen.
Wie die einzelnen Turniere gewichtet werden
Kein Turnier ist gleich. Die PDC‑Majors, World Championships und World Series‑Events haben ein höheres „Gewicht“, weil ihr Preisgeld-Budget ein Vielfaches des normalen Pro‑Tour‑Kalenders beträgt. Das System rechnet das reine Geld nicht einfach 1‑zu‑1 in Punkte um, sondern multipliziert es mit einem Faktor, der von der Kategorie abhängt. Ein Major‑Sieger bekommt zum Beispiel das 1,5‑fache des normalen Tour‑Gewichts. Das sorgt dafür, dass ein einzelner Grand‑Slam‑Triumph einen Spieler sofort an die Spitze katapultieren kann, während mehrere kleine Events nur graduell nach oben schieben.
Die 12‑Monats‑Abschwächung
Wichtig zu wissen: Das Ranking ist kein „Ewig‑bleibt‑so“-System. Nach 12 Monaten wird das Geld eines Turniers um 50 % reduziert und nach 24 Monaten fällt es komplett raus. Das verhindert, dass ein Spieler, der vor zwei Jahren einen großen Sieg gefeiert hat, noch heute noch im Ranking dominiert. Der Abschwächungsmechanismus ist linear: 12 Monate = 100 % → 18 Monate = 75 % → 24 Monate = 0 %. So bleibt das Ranking dynamisch und belohnt konstant gute Leistungen.
Umrechnung in Rangpunkte – das versteckte „X“
Der eigentliche Schritt, der vielen Neuankömmlingen Kopfzerbrechen bereitet, ist die Umrechnung von Euro in Rangpunkte. Für jedes Turnier gibt es einen festen Umrechnungs‑Multiplikator, der aus dem Gesamt‑Preisgeld der Veranstaltung und der Anzahl der teilnehmenden Spieler abgeleitet wird. Beispiel: Ein Open‑Event mit einem Gesamt‑Preisgeld von £10 000 und 128 Teilnehmern hat einen Multiplikator von 0,8. Das bedeutet, wenn ein Spieler £1 000 gewinnt, erhält er 800 Rangpunkte. Das System ist transparent, weil die Werte auf den jeweiligen Turnierseiten veröffentlicht werden – du musst nur die Zahl in die Formel stecken.
Beispielrechnung – von €5 000 zum Ranking‑Score
Stell dir vor, dein Lieblingsspieler hat in den letzten 12 Monaten drei Turniere bestreitet: einen Major (Gewinn €12 000), ein Standard‑Event (Gewinn €4 000) und ein kleineres Regional‑Open (Gewinn €2 500). Der Major‑Multiplikator liegt bei 1,2, das Standard‑Event bei 0,9 und das Open bei 0,7. Also: Major = 12 000 × 1,2 = 14 400 Punkte, Standard = 4 000 × 0,9 = 3 600 Punkte, Open = 2 500 × 0,7 = 1 750 Punkte. Gesamt‑Score = 19 750 Punkte. Noch ein Blick auf die Abschwächung: Wenn einer dieser Siege schon 11 Monate zurückliegt, wird er mit 0,95 multipliziert. Das macht die Rechnung etwas kniffliger, aber das Prinzip bleibt dasselbe.
Praktischer Hinweis für die tägliche Anwendung
Am besten speicherst du dir die Multiplikatoren der wichtigsten Turniere in einer kleinen Tabelle. Dann lässt du ein simples Spreadsheet den Rest erledigen – du gibst nur das verdiente Euro ein, das Datum, und die Formel gibt dir sofort den aktuellen Rangpunktestand. Und hier kommt das Fazit: Wer sein Ranking wirklich pushen will, muss nicht nur gewinnen, sondern gezielt an hochdotierten Events teilnehmen, denn das Preisgeld‑System belohnt Qualität über Quantität. Also schnapp dir den Kalender, markiere die Majors, und setz deine Trainings‑Sessions so, dass du zur richtigen Zeit in Top‑Form bist. Aktion: Erstelle heute noch diese Tabelle und starte die erste Berechnung, damit du beim nächsten Ranking‑Update sofort weißt, wo du stehst.